Taschenrechner und ein Füller liegen auf einer Rechnung

Gefährdung der deutschen Tourismusbranche

Schlechte Aussichten für das Gast- und Hotelgewerbe sieht der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Betriebsschließungen, Verlagerungen ins Ausland und den Verlust von Arbeitsplätzen stehen Hotels und Restaurants bevor. Außer es ändert sich schnellstmöglich etwas an den steuerlichen und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Der BTW-Präsident Michael Frenzel warnt hier vor einem „Wendepunkt“ im Hotel- und Gastgewerbe.

Dabei wuchs die Branche von Jahr zu Jahr und blieb auch von Wirtschaftskrisen unangetastet. Laut Frenzel gegenüber der Berliner Zeitung sind heute über zwei Millionen Menschen in der Tourismusbranche tätig, die mit 3,9 Prozent effektiv zum gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Doch wer ist schuld an dieser dramatischen Wendung?

Frenzel und Branchenverbände, darunter auch der Deutsche Reiseverband (DRV), als auch der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) machen vor allem die Politik für diese Folgen verantwortlich. Durch steuerliche und arbeitsrechtliche Vorgaben können deutsche Firmen den Konkurrenzkampf mit ausländischen kaum gewinnen. Dies zeigt sich zum Beispiel deutlich bei deutschen Busunternehmen, deren Anzahl bundesweit von 6.000 auf 4.000 sank.

Noch stärker betroffen sind die deutschen Fluggesellschaften. Vier deutsche Fluglinien zahlen fast 50 Prozent der, während sich die andere Hälfte auf ungefähr 100 ausländische Gesellschaften verteilt.  Die unverhältnismäßig höhere Steuerbelastung wirkt sich wiederum auf die Ticketpreise aus, die dem Kunden keineswegs zusagen.

Eine weitere Kuriosität im Steuer-Dschungel findet sich im Gaststättengewerbe und müsste längst überholt werden. So erheben Restaurants auf ihre Speisen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Wird das Gericht allerdings auf die Hand gegeben, wie beispielsweise eine Portion Pommes in der Pappschale, fallen nur sieben Prozent an. Der politische Vorzug liegt hier also scheinbar bei schnellem Essen, die Beweggründe bleiben aber unklar.

Ein weiterer Punkt ist das Arbeitszeitgesetz mit seinem geforderten Achstundentag und den Mindestruhezeiten. So sagt Fritz Engelhardt vom Dehoga: „Das Arbeitszeitgesetz ist Jahrzehnte alt, keiner hat es kontrolliert, viele haben sich nicht dran gehalten. Das Problem ist erst mit dem Mindestlohn zutage getreten“. Denn gerade im „gastgesteuerten Gewerbe“ üben solche Vorgaben einen enormen Druck aus, der zu oben genannten Folgen führen kann.

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